GIRL WITH A PEARL EARRING
DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING

PRODUKTIONSNOTIZEN

» Inhalt
» Produktionsnotizen
» Von der Schrift zum Bild
» Die Inspiration
» Der Regisseur
» Griet-Scarlett Johansson
» Vermeer-Colin Firth
» Pieter-Cillian Murphy
» Die Welt von Vermeer - Ausstattung & Kamera
» Das Ergebnis
» Die Schauspieler
» Der Stab

Inhalt
Holland, Mitte des 17. Jahrhunderts - das Goldene Zeitalter der Niederländischen Malerei und kulturelle Blütezeit des Landes. Zu den großen Namen dieser Ära gehört auch der von Johannes Vermeer (COLIN FIRTH), der um 1665 mit seinen Kindern, Ehefrau Catharina (ESSIE DAVIS) und Schwiegermutter Maria Thins (JUDY PARFITT) ein prunkvolles Haus im Zentrum der Stadt bewohnt. Dies wird von der Magd Tanneke (JOANNA SCANLAN) und der Hausherrin mehr schlecht als recht in Ordnung gehalten. Die Kinder verbreiten ständige Unruhe, der der hochsensible Vermeer in sein Atelier im ersten Stock entflieht, um dort hinter verschlossenen Türen mit perfektionistischem Drang seine Auftragsarbeiten zu erstellen. Eine Welt, in die seine Familie keinen Zutritt findet.

Hier soll die 17-jährige Griet ein neues Zuhause finden: Nachdem ihr Vater bei einem Unfall erblindet ist, muss sie ihre Familie unterstützen und nimmt im Hause Vermeer eine Stelle als Magd an. Bei ihrer Ankunft wird sie von Tanneke durch die düsteren Räume geführt, bekommt ihren Schlafplatz im Keller zugewiesen und die strikte Anweisung, das Atelier des Meisters niemals in dessen Anwesenheit zu betreten. Zu Griets täglichen Aufgaben wird das Putzen dieser heiligen Halle gehören, wobei darin nichts von seinem Fleck weg bewegt werden dürfe. Schon bei ihrem ersten Betreten des Ateliers ist Griet so fasziniert von den Gemälden des Meisters, dass sie von der Hausherrin Maria Thins unwirsch an ihre Arbeit erinnert werden muss.

Auf dem Markt macht Griet (SCARLETT JOHANSSON) beim Einkauf für den Haushalt die Bekanntschaft mit dem Schlachter und dessen Sohn Pieter (CILLIAN MURPHY). Besonders bei Pieter hinterlässt sie einen bleibenden Eindruck, als sie das ausgehändigte Fleisch zurückgehen lässt, da es nicht frisch genug für die Hausherrin sei. Zurück bei den Vermeers wird Griet Ohrenzeugin eines Streits zwischen Hausherr und Gattin. Tanneke weiht sie ein, dass die Familie von Geldsorgen geplagt wäre, da das Oeuvre des Meisters keinesfalls an Qualität, jedoch an Quantität zu wünschen übrig ließe und Catharina sogar schon ihren Schmuck versetzen musste, um den prunkvollen Lebensstil aufrechterhalten zu können.

Als Catharina ihr sechstes Baby bekommt, wird Griet von Maria Thins mit einer anderen frohen Botschaft zu Vermeers Patron Van Ruijven (TOM WILKINSON) geschickt: Das von ihm in Auftrag gegebene Gemälde sei endlich fertig gestellt. Mit anzüglichen Bemerkungen macht Van Ruijven keinen Hehl daraus, dass er Gefallen an Griet findet. Er lobt Vermeer als besten Maler von Delft und zeigt Griet das zuletzt von ihm gekaufte Bild, das ihn mit seiner damaligen Magd zeigt. Wie Tanneke später berichtet, wäre das Posieren in feinen Kleidern und an der Seite eines Mannes, der ihrem Stand weit überlegen sei, eher zum Schaden des Mädchens gewesen.

Die Geburt des kleinen Franciscus und des neuen Meisterwerks wird in Anwesenheit von Van Ruijvens gefeiert. Maria Thins erhofft sich schnellstens einen neuen Auftrag, da sie davon ausgeht, dass Vermeer anderenfalls eine unlukrative, kreative Pause einlegen würde. Doch diesmal soll sie mit ihrer Vermutung nicht Recht behalten. Als der Maler Griet in seinem Atelier dabei überrascht, wie sie sich darum bemüht, Licht durch die beschmutzen Scheiben zu bringen, hat er sein Motiv gefunden.

Griet posiert nun täglich für den Maler, der nach und nach faszinierter ist von dem jungen Mädchen, das so viel Begeisterung für seine Arbeit zeigt. Zugleich fühlt sich Griet immer mehr in den Bann des Künstlers gezogen. Schon bald übernimmt sie auch die Aufgabe des Farbenmischens und ist so ständig an seiner Seite. Obwohl sie Welten, Bildung und sozialer Stand trennen, verbindet sie ein intuitives Verständnis für Farben, Licht und die Malerei.

Vermeers zwölfjährige Tochter Cornelia (ALAKINA MANN) ist zunehmend eifersüchtig auf die Zeit, die Griet und ihr Vater miteinander verbringen. Sie beginnt, Griet zu schikanieren, wo sie nur kann, beschmutzt gewaschene Wäsche und zerbricht sogar das einzig Wertvolle, was Griet von ihren Eltern mit auf den Weg gegeben wurde: eine von ihrem Vater bemalte Kachel.

Auch Tanneke bemerkt die wachsende Nähe zwischen Magd und Meister. Vor allem ist sie aber unzufrieden darüber, zusätzlich die Kinderfrau bekochen zu müssen und in aller Herrgottsfrühe von Babygeschrei und Griet geweckt zu werden, die aus dem Keller ins Atelier hinaufsteigt. Vermeer schlägt vor, dass Tanneke zurück in den Keller zieht und Griet im Obergeschoss schläft, wo sie morgens ihre Putzarbeiten erledigen könne. Die misstrauische Catharina, deren Schmuck im Atelier verwahrt wird, beruhigt er, indem er ihr er einen Schlüssel für sein Reich übergibt.

Catharina befindet sich erneut in anderen Umständen - und der Anblick von Vermeer und seiner Gattin wird Griet immer unangenehmer. Sie findet Ablenkung bei Pieter, der sich längst in sie verliebt hat. Als Maria Thins einen wertvollen Perlmuttkamm vermisst, beschuldigt sie die Magd des Diebstahls. Vermeer eilt der unschuldigen Griet zu Hilfe - und findet das vermisste Kleinod bei Tochter Cornelia, die ihre gerechte Strafe erhält. Doch ebenso wie Cornelia ist auch Catharina die Beziehung ihres Mannes und der Magd zunehmend ein Dorn im Auge. Maria Thins bittet den Patron ins Haus und um einen neuen Auftrag, der Vermeer von seinem heimlichen Porträt des Mädchens abbringen könnte.

Der Patron erwünscht das Bild einer fröhlichen Tischgesellschaft - jedoch nur unter der Bedingung, dass Griet mit ihm gemeinsam dafür posiere. In Windeseile spricht sich in Delft herum, dass sich erneut eine Magd mit dem Patron malen lassen würde, was bereits einem anderen Mädchen zum Verhängnis wurde. Zwar hält Pieter zu Griet - doch er rät ihr, sich nicht mit der höheren Gesellschaft einzulassen. Tatsächlich hat er längst bemerkt, dass es Vermeer ist, in dessen Netz Griet wie eine Fliege gefangen ist - wie Maria Thins sarkastisch feststellt.

Auch Van Ruijven ist dies nicht entgangen - und nicht ohne Schadenfreude hat er eine perfide Intrige erdacht: Nicht mit ihm gemeinsam wird Griet Modell stehen, sondern Vermeer solle neben dem Gruppenbild ein weiteres Porträt von Griet für ihn anfertigen. Maria Thins sieht in diesem Plan lediglich den finanziellen Gewinn - und tut alles, um die Beziehung zwischen Magd und Meister weiter vor Catharina geheim zu halten und zu unterstützen.

Doch sowohl für Griet als auch für Vermeer wird die gemeinsame Arbeit zur Qual. Als er sie beim Wechseln ihrer Kleider und dem Öffnen ihrer Haare beobachtet, kann er fortan den Blick nicht mehr von ihr abwenden. Und als Griet erstmals das Porträt sieht, das Vermeer von ihr geschaffen hat, stellt sie überwältigt fest: "Sie haben in mich hineingesehen".

Doch als Van Ruijven ihr immer mehr nachstellt und Vermeer bei seinem Drang nach Perfektion auf Gefühle keine Rücksicht nimmt, spitzt sich für Griet die angespannte Situation dramatisch zu: Für seine Kunst setzt Vermeer sogar seine Ehe aufs Spiel - aber ist auch Griet bereit, für eines der großartigsten Gemälde, das je geschaffen werden soll, den hohen Preis zu zahlen, der von ihr verlangt wird?

Produktionsnotizen
DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING wurde von Drehbuchautorin Olivia Hetreed nach dem weltberühmten Bestseller von Tracy Chevalier für die Leinwand adaptiert. Die Stars des Films sind Colin Firth als Vermeer, Scarlett Johansson als Griet und Tom Wilkinson in der Rolle des Van Ruijven. Der Film markiert das Leinwanddebüt von Regisseur Peter Webber. Andy Paterson (HILARY & JACKIE ("Hilary & Jackie", 1998), RESTORATION ("Restoration - Zeit der Sinnlichkeit", 1995)) und Anand Tucker (Regisseur von HILARY & JACKIE) produzierten für Archer Street und Inside Track. Jimmy de Brabant zeichnet als Ko-Produzent für die Luxemburger Delux Productions verantwortlich.

Colin Firth spielte in über vierzig Filmen einschließlich BRIDGET JONES´S DIARY ("Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück", 2001), SHAKESPEARE IN LOVE ("Shakespeare in Love", 1998), THE ENGLISH PATIENT ("Der englische Patient", 1996), VALMONT ("Valmont", 1989) und PRIDE AND PREJUDICE ("Stolz und Vorurteil", 1995). Zuletzt war er an der Seite von Hugh Grant, Emma Thompson und Liam Neeson in Richard Curtis´ romantischer Komödie LOVE ACTUALLY ("Tatsächlich ... Liebe", 2003) zu sehen. Außerdem schloss er die Produktion des Psychothrillers TRAUMA (2004) mit Mena Suvari und das lang erwartete Sequel BRIDGET JONES: THE EDGE OF REASON (2004) ab.

Scarlett Johansson gehört zu den aufregendsten Nachwuchsschauspielerinnen Amerikas. Im Alter von zwölf Jahren von Robert Redford in THE HORSE WHISPERER ("Der Pferdeflüsterer", 1998) besetzt, spielte sie anschließend in GHOST WORLD ("Ghost World", 2000) und THE MAN WHO WASN´T THERE ("The Man Who Wasn´t There", 2001). Neben Bill Murray in Sofia Coppolas Überraschungserfolg LOST IN TRANSLATION ("Lost in Translation") wurde sie Anfang des Jahres endgültig zum Star: Der Film wurde mit dem Oscar(r) für das Beste Drehbuch und mit zahlreichen Kritikerpreisen bedacht und brachte Johansson unter anderem den Preis als Beste Schauspielerin beim Filmfestival von Venedig, den BAFTA und den Golden Globe ein. Zu dem starken Ensemble von DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING gehören außerdem der für den Oscar(r) nominierte Tom Wilkinson (IN THE BEDROOM, "In the Bedroom", 2001)), Judy Parfitt ("E.R."), Cillian Murphy (28 DAYS LATER, "28 Days Later", 2002)) und Alakina Mann (THE OTHERS, "The Others", 2001)).

Peter Webber inszenierte unlängst zwei von den Kritikern vielfach gelobte TV-Dramen, "Men Only" und "The Stretford Wives". Die Produzenten Andy Paterson und Anand Tucker arbeiten seit vielen Jahren mit Webber zusammen. Der für den Oscar(r) nominierte Kameramann Eduardo Serra (THE WINGS OF THE DOVE ("Die Flügel der Taube", 1997), Ausstatter Ben van Os (ORLANDO ("Orlando", 1992) und die oscar(r)-gekrönte Maskenbildnerin Jenny Shircore (ELIZABETH ("Elizabeth", 1998)) runden den prestigeträchtigen technischen Stab ab.

Tracy Chevaliers berühmter Roman DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING hat sich seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1999 weltweit über zwei Millionen Mal verkauft.

Von der Schrift zum Bild
Produzent Andy Paterson und seine Frau, Drehbuchautorin Olivia Hetreed, lasen das Manuskript von DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING einige Monate bevor der Roman veröffentlicht wurde. "Ein außergewöhnlicher Stoff. Ich las ihn in einem Zug, beinahe ohne Atem zu holen", schwärmt Hetreed. Paterson bestätigt: "Ich habe mich in Griet verliebt - in ihre ruhige Besonnenheit, ihren Entschluss, frei zu sein - in einer Welt, in der dies für ein Mädchen ihrer Herkunft eigentlich unmöglich war. Der häusliche Frieden ist trügerisch. Ich sah darin von Anfang an einen Leinwandthriller. Und ich liebe die Art und Weise, mit der Tracy die wenigen bekannten Fakten über Vermeer verknüpft und eine perfekte Story über das Mädchen gesponnen hat, das das Gemälde inspiriert hat."

Paterson und sein Produzenten-Partner Anand Tucker - Regisseur von Archer Streets Oscar(r)-nominiertem HILARY & JACKIE ("Hilary & Jackie", 1998) - machten sich sofort daran, Schriftstellerin Tracy Chevalier zu überzeugen, die Filmrechte zu verkaufen. Obwohl niemand vorhersehen konnte, was für ein weltweiter Erfolg aus dem Roman werden sollte, hatten bereits andere Produzenten Interesse angemeldet. "Andy Paterson und Anand Tucker machten ihren Job ziemlich gut", erinnert sich Chevalier. "Sie überzeugten mich, dass sie den Geist des Romans auf die Leinwand übertragen könnten."

"Tracy war besorgt, dass der Film zu einem Hollywood-Melodrama werden könnte", merkt Paterson an, "aber wir konnten ihr versichern, dass wir genau die Geschichte wiedergeben wollten, die sie geschrieben hatte. Insbesondere was den Aspekt angeht, dass Griet und Vermeer nicht ihren körperlichen Sehnsüchten nachgeben - uns war klar, dass die erotische Kraft der Story eben darin lag, dass es nicht dazu kommt."

Hetreed erarbeitete mit den Produzenten ein Treatment für das Drehbuch. "Das Buch ist so visuell, so cinematogaphisch - eine Story, in der es ständig um das Sehen und Malen geht, um Illusion und Realität. Obwohl die Stimme des Romans aus Griets Kopf spricht", erklärt Hetreed, "wollte ich kein Voice-Over verwenden. Das fühlte sich zu modern an, zu selbstbewusst. Die Herausforderung lag darin, einen anderen Weg zu finden, mit dem die innere Stimme Griets auf die Leinwand gebracht werden konnte." Hetreed und Tracy Chevalier verstanden sich von Anfang an hervorragend. "Wir wurden elektronische Brief-Freunde", so Hetreed. "Für mich ist Tracy die ideale Autorin, sie gab mir einen Einblick in ihre Recherchen und war sehr zuversichtlich hinsichtlich der Adaption ihres Werks. Bei allem hielt sie sich stets zurück und gewährte mir freie Hand." In Chevaliers Augen "verstand Olivia genau, was ich sagen wollte, und war in der Lage, die Themen noch weiter zu spinnen, als ich sie formuliert hatte. Sie schrieb einiges in das Drehbuch, von dem ich mir wünschte, dass es mir eingefallen wäre." Ihre Freundschaft wurde während der Post-Produktion des Films so eng, dass beide gemeinsam zum Banff Television Festival reisten, um ein Seminar über Adaptionen zu leiten. Beide Autoren fühlten sich, als "könnten sie die Gedanken des anderen lesen."

Die Inspiration
Das Original-Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" ist in Den Haag in Holland zu bewundern. Es soll im Jahr 1665/6 entstanden sein, doch der genaue Ursprung ist unbekannt. Tracy Chevalier besaß ein Poster des Kunstwerks, das in ihrem Schlafzimmer hing als sie 19 war. "Ich lag eines Morgens in meinem Bett, betrachte das Gesicht des Mädchens und dachte plötzlich: ´Was hat Vermeer nur getan, um sie zur selben Zeit so glücklich und traurig aussehen zu lassen?´ Innerhalb von drei Tagen hatte ich die gesamte Story ausgearbeitet. Es war gar nicht anstrengend, ich konnte alles in ihrem Gesicht sehen. Vermeer hatte die ganze Arbeit bereits für mich gemacht."

Paterson erklärt: "Die Story, die Tracy geschaffen hat, passt perfekt zu den wenigen Fakten, die aus Vermeers Welt bekannt sind; über seine Familie und seine finanzielle Situation; über seine Abhängigkeit von seinem Gönner, über seine Faszination für die camera obscura. Ein schönes Beispiel dafür, wie sie diese Fakten verarbeitete, ist die Sequenz, in der Griet ihren Stuhl verrückt. Röntgenaufnahmen zeigen, dass es tatsächlich einen Stuhl im Bild ´Das Mädchen mit der Wasserkanne am Fenster´ gab, aber Vermeer hat diesen übermalt. Tracy greift dies auf, um Griets Charakter eine weitere Facette zu verleihen und die Beziehung zu Vermeer voranzutreiben. So ist der Roman natürlich Fiktion, aber er fühlt sich authentisch an. Ich unterhielt mich mit wichtigen Kunstexperten, die heute über Griet sprechen, als hätte sie wirklich existiert - mehr Lob kann es für Tracys Arbeit gar nicht geben. Als wir auf die Mauritshuis zugingen, die Besitzer des Gemäldes, boten sie uns ihre Unterstützung an und waren natürlich begeistert, dass Scarlett das Mädchen auf dem Bild spielen würde."

Der Regisseur
Die Produzenten baten Peter Webber, die Regie zu übernehmen. Paterson erklärt: "Obwohl dies Peters Kinodebüt ist, arbeiten wir schon seit einigen Jahren mit ihm zusammen. Zuerst schnitt er Anand Tuckers erstes Drama SAINT-EX (1996), dann war er Regisseur von Dokumentarfilmen und beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Themen von Crash-Test-Dummys bis Wagner. Sein erster dramatischer Spielfilm war der kontrovers diskutierte "Men Only" für Channel Four, der den Absturz einer Gruppe von Hooligans in die Kriminalität beschreibt. "Peter wollte schon immer Filme machen", so Paterson. "Sein filmisches Wissen ist beneidenswert, und Colin, Scarlett und Tom Wilkinson zögerten nicht einen Moment bei der Entscheidung für die Zusammenarbeit mit ihm. Peter, Olivia und ich haben alle drei im Schneideraum begonnen und teilen die Begeisterung für das Geschichtenerzählen im Film."

Für Webber, der Kunstgeschichte studiert hatte und schon immer von Vermeer begeistert war, enthält die Geschichte alle essentiellen Elemente des Dramas - Geld, Sex und Macht. Er sagt: "Vermeer lebte in einem Haushalt, der laut war und chaotisch. Er stand unter großem finanziellen Druck, mehr und schneller zu malen, um seine Familie ernähren zu können. Dennoch strahlen seine Gemälde eine solche Ruhe aus. Ich war begeistert, wie Tracys Geschichte seine Arbeit reflektierte, mit welcher Nähe und welchem Verständnis sie das Ganze zu einem epischen Werk werden ließ. Griets Situation zerreißt einem das Herz. Die unterdrückte romantische Leidenschaft, die zwischen ihr und Vermeer besteht, inspiriert ihn dazu, sie zu malen - doch der Wunsch nach der Perfektion dieses Gemäldes führt zu ihrem Untergang. Sie weiß, dass sie keine Forderungen stellen darf, versteht, dass ihre Beziehung geopfert werden muss, wenn die Wahl zwischen sie und ein Meisterwerk gestellt wird. Dieses Verständnis ist das, was ihn von Anfang an an ihr fasziniert. Das Vermächtnis ihrer Zeit mit Vermeer ist eines der schönsten Gemälde, das je geschaffen wurde."

Griet - Scarlett Johansson
Dass die Besetzung von Griet, des siebzehnjährigen Mädchens aus behütetem Haus im Holland des 17. Jahrhunderts, eine Herausforderung werden würde, war von Anfang an klar. Paterson: "Wir wussten, dass dies eine außergewöhnliche Rolle für ein junges Mädchen sein würde, und es gab unglaublich viele Bewerberinnen. Als wir Scarlett kennen lernten, wirkte sie wie ein New Yorker Teenager auf dem Weg zu einem Basketballspiel. Beim zweiten Treffen war sie Griet."

"Scarlett arbeitet länger im Filmgeschäft als ich", so Webber. "Und obwohl sie sehr jung ist, hat sie eine erwachsene Seele. Sie hat eine Charakterstärke und ein Gesicht, das man auf der Leinwand dieser Tage nicht so oft zu sehen bekommt - sie hat die hypnotisierende Wirkung eines Stummfilmstars."

Scarlett Johansson fand das Drehbuch sofort faszinierend und wunderschön geschrieben. Sie erklärt: "Es passiert so selten, dass man etwas liest, was die Zeit wert ist, die man dafür aufwendet. Das hier ist eine Ausnahme - es strahlt geradezu. Jede Schauspielerin träumt von der Möglichkeit, eine Rolle wie Griet spielen zu dürfen: eine Rolle, mit der man sich so zurücknehmen, sein Gesicht und nicht Worte zum Einsatz bringen muss, um Emotionen auszudrücken." Johansson nutzte die Gelegenheit der Dreharbeiten in Delft für einen Besuch des Mauritshuis Museums, um sich das echte Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" anzusehen. "Sie fesselt einen auf merkwürdige Art und Weise. Ich hatte das Gefühl, dass sie uns etwas über sich und ihr Leben sagen will", so Johansson. Mit der Rolle konnte Johansson dem an Griets Stelle Ausdruck verleihen. "Das Leben einer Dienerin war harte Arbeit, und auf Griet lastete gleichzeitig die Aufgabe, ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Wir lernen sie in ihrem eigenen Zuhause kennen, das sie nicht verlassen will. Doch ihr bleibt keine andere Wahl, und so wird sie sofort aus ihrem Umfeld gerissen. Sie hat keine Privatsphäre mehr. Vermeers Frau Catharina ist boshaft und unerbittlich; dann ist da die hinterhältige Maria Thins, die sie ständig beobachtet. Und dann lauert da noch Vermeer in seinem Atelier, der sich weigert, sich um den Rest des Haushalts zu kümmern." Doch Vermeer spüre eine Verbindung zu Griet. Er würde bemerken, so Johansson, dass sie die Dinge genau so sieht wie er, und gestattet ihr nach und nach, an seiner Arbeit teilzuhaben: "Ihre Beziehung wird zärtlich, obwohl es beiden eigentlich nur um die Malerei geht. Zur selben Zeit lässt sich Griet mit Pieter, dem Sohn des Metzgers, ein. Er ist ein Geschäftsmann, geht jeden Sonntag zur Kirche und bietet einen verführerisch einfachen Lebensstil, den sie gewohnt ist. Sie könnte seinem Werben ganz einfach nachgeben, wenn da nicht noch Vermeer wäre. Mit dem Maler bekommt sie erstmals ein Gefühl für eine Leidenschaft, die außerhalb ihres Verständnisses liegt und Zweifel an ihrem früheren Leben aufkommen lässt."

Johansson hofft, dass DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING den Zuschauer mit einem wehmütigem Gefühl der Hoffnung entlässt, obwohl er feststellen muss, dass romantische Empfindungen im Leben selten ein gutes Ende nehmen. Sie sagt: "Die reinen Emotionen eines Mädchens, das sich verliebt und nicht fähig ist, sich auszudrücken, sind ein universelles Thema. Man bekommt selten, was man liebt."

Vermeer - Colin Firth
Colin Firth kannte den Roman noch nicht, als Paterson und Webber ihn baten, die Rolle des Künstlers Vermeer zu übernehmen. Er las das Drehbuch und nahm das Angebot sofort an. "Es fühlte sich frisch an", so Firth. "Es nimmt sich selbst ernst, was bei den meisten Filmemachern heute nicht unbedingt populär ist - man ist heutzutage auf der sichereren Seite, wenn man ironisch ist." Er betrachtete die Rolle als schauspielerische Herausforderung. "Es passieren nicht so viele Dinge an der Oberfläche: Die Handlung ist extrem reduziert auf ein genau fokussiertes Drama, das durch seine Figuren interessant wird", so Firth. "Darin gleicht der Film dem Werk von Vermeer."

Firth war von dem Künstler fasziniert: "Man weiß nicht viel über ihn. Er malte auf eine Art und Weise, die moderne Kritiker als Klischee betrachten könnten - Bilder, die die Konventionen ihrer Zeit wiedergeben. Aber seine Bilder haben so eine moralische Liebenswürdigkeit, eine Menschlichkeit gegenüber jedem - egal, ob es sich um das Milchmädchen oder die Geliebte handelte. Von den 35 Gemälden, die heute bekannt sind, sind ungefähr zwanzig in derselben Ecke desselben Raums gemalt worden. Er wohnte in einem lebendigen Haushalt, in dem elf seiner Kinder aufwuchsen, aber er malte in der Abgeschiedenheit seines Ateliers in der ersten Etage. Im 17. Jahrhundert waren Künstler aus Delft Handwerker, die ihre bürgerlichen Pflichten ernst nahmen - sie bildeten aus und hatten eine Gewerkschaft, um ihre wirtschaftlichen Interessen zu vertreten. Lange bevor der Kult um den geplagten, rebellischen Künstler entstand, war es möglich, ein guter Bürger und Ehemann und gleichzeitig ein großartiger Künstler zu sein."

Im Film ist Vermeers Studio eine ruhige Oase fern des lärmenden Haushalts. Wie Firth erklärt: "Er hat resigniert, da er ständig von Menschen umgeben ist, die kein Verständnis dafür haben, was er tut, und in einer anderen Welt leben. Als er jemandem zum ersten Mal erlaubt, seine Welt zu betreten, ist er begeistert, dass Griet ein Auge für Farben und Kompositionen hat. Es entsteht eine mysteriöse Verbindung, die alle Grenzen, die Alter und Klasse vorgeben, überschreitet. Er ist manchmal froh darüber, dass sie da ist, manchmal lehnt er es ab. Er versucht, sich von ihrer Nähe zu distanzieren - es ist zu kompliziert für ihn. So wie er sich nicht lange auf den Vordergrund eines Gemäldes konzentriert, gestattet er sich nicht, sich lange mit Gefühlen auseinanderzusetzen. Er kann nicht immer das selbe Maß von Engagement zeigen, wenn sie sich treffen. Die Beziehung wird für beide zur Qual."

Firth fand es bewundernswert, dass Peter Webber die verschiedenen Stimmungen und Farben der Gemälde auch auf die Kinoleinwand brachte: "Wenn ein Drehbuch so von Farben bestimmt ist, kann der Wechsel der Farbgebung die Richtung einer Szene völlig verändern." Der Schauspieler hebt die Parallelen zwischen dem Filmen und der Arbeit von Vermeer hervor: "Wenn man sich die Röntgenaufnahmen seiner Gemälde ansieht, sieht man, dass er sich auf eine Idee eingestellt hatte, mit der er begann und dann wieder verwarf. Das kann auch an einem Filmset passieren. Mit einer Crew zu arbeiten hat einen enorm gemeinschaftsbildenden Effekt. Jeder kommt am Morgen mit dem Ziel ans Set, das geschriebene Wort zum Leben zu erwecken. Aber man muss darauf vorbereitet sein, seine Ideen, die man am Morgen noch hatte, am Abend zu verändern. Damit hält man die Dynamik und Energie der Arbeit aufrecht. Wenn alle auf der richtigen Wellenlänge sind, kann man diese Energie fühlen. Sie ist greifbar."

Firth betont, dass der Film keinen Kunstunterricht betreiben will: "Der Film geht der Frage nach, welche Macht eine Beziehung haben kann - eine Beziehung wie die zwischen Künstler und Model. Es geht um ein Gemälde, das enthüllt wird - und eine Familie zerstört."

Pieter - Cillian Murphy
Der irische Schauspieler Cillian Murphy spielt die Rolle von Pieter, dem Sohn des Schlachters, der Griet den Hof macht. "Er ist ein schlichtes Gemüt", erklärt Murphy, "und verbringt die meiste Zeit damit, um Griets Aufmerksamkeit zu werben. Er repräsentiert das Leben, das sie selbst erwartet hatte, bis sie Vermeer kennen lernte. Eine Verbindung zwischen Pieter und Griet wäre nicht ungewöhnlich, die zwischen Vermeer und Griet ein Skandal. Diese Menschen sind in dem Leben, in das sie hinein geboren wurden, gefangen." Murphy gefiel die Idee, die Kontrastfigur zu Vermeers Welt zu spielen, dem Publikum die Welt zu zeigen, gegen die Griet rebelliert. Zur Vorbereitung verbrachte er einige Zeit in einem Schlachthof, lernte, wie man Fleisch hackt und Schweinhälften trägt. "Zu jener Zeit war Malerei ein Handwerk und Schlachten ein Geschäft. Obwohl es einen Klassenunterschied gab, vor allem, weil der Maler mehr verdiente als der Metzger, galten beide als Berufe, die mit Leidenschaft und Überzeugung ausgeübt wurden. Pieter glaubt an das, was er tut. Und er ist gut darin. Also ist er glücklich mit sich selbst und glaubt, dass dieses Leben eine Option für Griet wäre", so Murphy.

DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING ist Cillian Murphys erster Kostümfilm. Er lobt Peter Webbers Herangehensweise an das Genre. "Er blickt direkt ins Herz des Films und kann mit den Emotionen und Widersprüchen der Figuren umgehen. Ich hätte an seiner Stelle Angst gehabt, dass ich mich in historischen Einzelheiten verliere. Das Bestreben des Teams, alle Dinge authentisch aussehen zu lassen, half mir dabei, ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, so dass ich mich auf die Rolle konzentrieren konnte. Das Drehbuch ist so komplex und tiefgründig angelegt - ein page turner, der einen immer im Unklaren darüber lässt, was Griet passieren wird."

Die Welt von Vermeer - Ausstattung & Kamera
"The scene is a familiar room, nearly always the same, its unseen door is closed to the restless movement of the household, the window open to the light. Here a domestic world is refined to purity."
Lawrence Gowing: "Vermeer. "

"Der Look der Ära ist natürlich sehr genau in den außergewöhnlichen Gemälden der holländischen Meister des 17. Jahrhunderts dokumentiert", erklärt Szenenbildner Ben van Os. "Wir begreifen Vermeers Haus als Rahmen für das, was uns aus seinen Gemälden bekannt ist: Ein Gang, der von der Kanalseite zum Innenhof und in die Räume im Erdgeschoss führt, diese durch offene Türen verbindet, den Blick durch das Haus freigibt und ein Gefühl von Raum vermittelt - und fehlender Privatsphäre. Griet sollte sich immer beobachtet fühlen."

"Peter (Webber) und ich spürten, dass viele der Gemälde eine idealisierte Sicht wiedergaben. Wir entschieden uns, eine andere Realität zu zeigen, vor allem bei den Außenszenen, in denen man bei uns Tiere und Schmutz in den Straßen findet."

Die Innenräume zeigen drei getrennte Welten. Griets Elternhaus ist eine eintönige, geordnete, kalvinistische Behausung im Armenviertel; das Haus der Familie Vermeer repräsentiert den auffälligen, katholischen Überfluss mit vielen Gemälden an den Wänden (Vermeer war auch Händler, der die Werke anderer Künstler verkaufte) und den lebendigen Farben des Wohlstands; die Welt von Vermeers reichem Gönner Van Ruijven ist opulent mit Kuriositäten aus aller Welt gefüllt. Hier lebt die wahre Macht."

"Ich wollte, dass Vermeers Haus im Erdgeschoss das reine Chaos ist", so Webber. "Überall Kinder und Lärm! Es hatte Fenster zum Kanal, von dem ein ziemlich starker Gestank ausgegangen sein muss. Der Hauptplatz mit seinen Tavernen und Märkten war nur einen halben Block entfernt. Trotzdem brachte Vermeer diese Ruhe und Perfektion in seine Gemälde. Deshalb entschieden wir, dass das Atelier, der Raum, der die bekannte, beinahe heilige Ecke in so vielen großartigen Gemälden zeigte, ein magischer Ort sein sollte. Es ist Vermeers privates Reich - eine Welt, in die er nach und nach Griet hereinbittet, denn nur sie allein versteht, was so besonders an ihr ist. Ben schuf wunderschöne Sets, aber er ist auch ein großartiger Einrichter, der diese Welt glaubwürdig, bewohnt und absolut überzeugend aussehen ließ."

Kameramann Eduardo Serra nutzte verschiedene Filme für die drei unterschiedlichen Welten: Er fing die Düsternis des Erdgeschosses von Vermeers Haus ein und sparte sich das Atelier bis zum Ende auf: "Der Drehplan funktionierte so, dass wir Vermeers Atelier erst am Ende filmten", erinnert sich Paterson. "Ich sah mir eines Tages das unglaubliche Material aus Vermeers Haus an und erinnerte Eduardo an die anfänglichen Diskussionen darüber, diese Pracht für das Atelier aufzusparen. Er nickte, er hatte es nicht vergessen. Und als wir sahen, was er aus dem Atelier gemacht hatte, stockte uns der Atem. Er hatte noch ein weiteres Level erklommen. Eduardos Arbeit war absolut außergewöhnlich", ergänzt Webber. "Er hatte eine genaue Vorstellung davon, wie er jede Einstellung ausgeleuchtet haben wollte und schien all dies umgehend umsetzen zu können."

Serra ergänzt: "Ich war froh, dass wir im Widescreen-Format drehen konnten. Man kann auf diese Weise in die Tiefe gehende Bildkompositionen schaffen - Bilder im Bild, Einstellungen, die Raum für Licht und Schatten bieten. Vermeer übertrug mit leidenschaftlicher Genauigkeit das nördliche Licht, was in seine Fenster schien, auf seine Leinwände. Um das Licht in seinen Gemälden zum Leuchten zu bringen, habe ich gar nichts Ungewöhnliches gemacht, ich habe nur einen großen Scheinwerfer vor die Fenster gestellt und versucht, diesen als einzige Lichtquelle zu verwenden - das selbe hätte ich auch bei einem zeitgenössischen Film gemacht."

Dien van Straalens Kostüme bildeten das letzte Element im Bemühen um eine authentische Welt. "Die meiste Zeit soll man die Kostüme gar nicht wahrnehmen", so Webber. "Gute Kostümdesigner entwerfen Kleidung, in denen sich die Schauspieler wohl fühlen und die helfen, ein Gefühl für die Welt, in der der Film spielt, zu vermitteln. Catharinas Kleider sind exquisit und repräsentativ wie sie selbst. Aber selbst sie muss dasselbe Kleid bei vielen Gelegenheiten tragen angesichts der finanziellen Grenzen der Familie. Diens Ziel war der Entwurf von Kostümen, die unbemerkt dabei halfen, die Geschichte zu erzählen."

Das Ergebnis
Die Filmemacher haben die Herausforderungen nie unterschätzt, die die Adaption eines so berühmten Romans für die Leinwand mit sich bringt. "Ein Buch zu lesen ist ein privates Vergnügen. Film ist ein ganz anderes Medium. Wir hoffen, dass die Millionen Fans des Buchs noch ein wenig mehr aus dem Film mitnehmen können, etwas, das ihren Vorstellungen entspricht. Wir wollten den Film drehen, weil dies eine wunderbare, mysteriöse, romantische Geschichte ist, die zwar im 17. Jahrhundert spielt, aber auch heute verständlich ist. Tracys Story rief geradezu nach einer Verfilmung - und wir hätten uns sowohl vor als auch hinter der Kamera kein kreativeres, talentierteres, leidenschaftlicheres Team vorstellen können, das diesem Ruf Folge leisten wollte."

DIE SCHAUSPIELER

COLIN FIRTH (Vermeer)
Als klassisch ausgebildeter, britischer Schauspieler ist Colin Firth ein Veteran in Film und Fernsehen. 2001 verzauberte er das Publikum in seiner Rolle neben Renée Zellwegger in der britischen Erfolgskomödie BRIDGET JONES´S DIARY ("Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück"). Er spielte Mark Darcy, den Mann, der mit Hugh Grant um Bridgets Zuneigung konkurriert. Er ist im übrigen bekannt für die Rolle des Mr. Darcy in der BBC-Adaption von PRIDE AND PREJUDICE ("Stolz und Vorurteil"), mit der er 1995 seinen Durchbruch feierte, eine Nominierung für den BAFTA als bester Schauspieler und die Herzen der weiblichen Zuschauerinnen gewann. Zuletzt war er in der Universal-Komödie LOVE ACTUALLY ("Tatsächlich ... Liebe", 2003) zu sehen, die von Richard Curtis (ABOUT A BOY, "About A Boy oder: Der Tag der toten Ente"), NOTTING HILL ("Notting Hill", 1999) geschrieben und inszeniert wurde. Colin spielte mit einem herausragenden Ensemble, zu dem des weiteren Hugh Grant, Emma Thompson, Liam Neeson, Laura Linney und Heike Makatsch gehörten.

Davor agierte Firth in der Warner-Brothers-Produktion WHAT A GIRL WANTS ("Was Mädchen wollen", 2003) mit Kelly Preston und Amanda Bynes. Im letzten Juni schloss er die Produktion von Warner Brothers´ Psychothriller TRAUMA (2004) mit Mena Suvari ab.

2002 war Firth an der Seite von Rupert Everett und Reese Witherspoon in Miramaxs THE IMPORTANCE OF BEING EARNEST ("Ernst sein ist alles", 2002) zu sehen. 1998 stand er für SHAKESPEARE IN LOVE als Lord Wessex vor der Kamera, dem boshaften Mann von Gwyneth Paltrow. 1997 hatte er einen Part in A THOUSAND ACRES ("Tausend Morgen") mit Michelle Pfeiffer und Jessica Lange inne, 1996 drehte er THE ENGLISH PATIENT ("Der englische Patient") mit Kristin Scott Thomas und Ralph Fiennes. Zu seinen weiteren Filmcredits gehören HOPE SPRINGS ("Hope Springs", 2003), RELATIVE VALUES (2000), MY LIFE SO FAR (1999), THE SECRET LAUGHTER OF WOMEN (1999), FEVER PITCH ("Ballfieber", 1997), CIRCLE OF FRIENDS ("Im Kreis der Freunde", 1995), PLAYMAKER ("Playmaker - Masken der Begierde", 1995) und die Titelrolle in VALMONT ("Valmont", 1989).

1989 erhielt er den Preis als Bester Schauspieler von der Royal Television Society sowie eine Nominierung für den BAFTA für seine Arbeit in der Fernsehproduktion "Tumbledown". Er wurde außerdem 2001 für einen Emmy als herausragender Nebendarsteller in dem hochgelobten HBO-Film "Conspiracy" nominiert. Seine TV-Credits: "Windmills on the Clyde", "Making Donovan Quick", "Donovan Quick", "The Widowing of Mrs. Holroyd", "Deep Blue Sea", "Hostages" sowie der Mehrteiler "Nostromo". In London gab er in der West-End-Produktion von "Another Country" als Benett sein Bühnendebüt. Anschließend übernahm er den Part des Judd in der Leinwandadaption aus dem Jahr 1984 an der Seite von Rupert Everett.

SCARLETT JOHANNSON (Griet)
Scarlett Johansson wurde unlängst in Sofia Coppolas LOST IN TRANSLATION ("Lost in Translation", 2003) an der Seite von Bill Murray weltweit zum Star. Der Film gewann den Oscar( für das Beste Drehbuch, Johansson wurde beim Filmfestival von Venedig als Beste Schauspielerin ausgezeichnet und erhielt außerdem den BAFTA und Nominierungen für den Golden Globe und den Academy Award(. Erstmals hatte sie als Grace Maclean, der nach einem Reitunfall traumatisierten Teenagerin, in Robert Redfords THE HORSE WHISPERER ("Der Pferdeflüsterer", 1998) Aufmerksamkeit erregt.

Zuletzt war Johansson in Brian Robbins THE PERFECT SCORE ("Voll gepunktet", 2004) zu sehen. Ihr nächster Film ist Shainee Gabels A LOVE SONG FOR BOBBY LONG (2004), in dem sie an der Seite von John Travolta agiert.

Scarlett spielte in Eva Gardos´ autobiographischem Film AN AMERICAN RHAPSODY (2001) und in Terry Zwigoffs hochgelobter Komödie GHOST WORLD ("Ghost World", 2000). Für ihre Rolle an der Seite von Thora Birch erhielt sie den Preis für die Beste Nebendarstellerin des Toronto Film Critics Circle. Sie spielte außerdem in Joel and Ethan Coens THE MAN WHO WASN´T THERE ("The Man Who Wasn´t There", 2001) neben Billy Bob Thornton und Frances McDormand sowie in EIGHT LEGGED FREAKS ("Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster", 2002), der von Roland Emmerich und Dean Devlin produziert wurde.

Die geborene New Yorkerin gab ihr Schauspieldebüt im Alter von acht Jahren in einer off-Broadway-Produktion von "Sophistry" an New Yorks Playwright´s Horizons. Ihren Durchbruch feierte sie als Manny im Kritikerliebling MANNY AND LO (1996). Ihre Rolle brachte ihr eine Nominierung für den Independent Spirit Award als Beste Hauptdarstellerin ein.

Zu ihren weiteren Credits gehören Rob Reiners Komödie NORTH (1994), die Rolle von Sean Connerys Tochter in JUST CAUSE ("Im Sumpf des Verbrechens", 1995) und Rollen in IF LUCY FELL ("Wenn Lucy springt", 1996) und HOME ALONE THREE ("Wieder allein zu Haus", 1997).

TOM WILKINSON (Van Ruijven)
Als etablierter Bühnen- und Leinwand-Darsteller in seiner britischen Heimat beeindruckte Tom Wilkinson das amerikanische Publikum erstmals als arbeitsloser Stahlarbeiter, der eine Karriere als Stripper startet, in THE FULL MONTY ("Ganz oder gar nicht", 1997). Für seine Rolle erhielt er eine Nominierung für den BAFTA. Außerdem konnte man ihn als Mr. Dashwood in Ang Lees Academy-Award(r)-gekrönter Adaption von SENSE AND SENSIBILITY ("Sinn und Sinnlichkeit", 1995) sehen.

Danach spielte er die romantische Hauptrolle in THE GOVERNESS (1998) neben Minnie Driver, den komischen "The Money" in der vielfach ausgezeichneten Komödie SHAKESPEARE IN LOVE ("Shakespeare in Love", 1998), für die er eine zweite Nominierung für den BAFTA erhielt, und den trauernden Ehemann und Vater in Todd Fields IN THE BEDROOM ("In the Bedroom", 2001) neben Sissy Spacek. Für seine Darstellung wurde er mit einer Nominierung für den Oscar(r), den SAG Award und mit dem Independent Spirit Film Award als Bester Schauspieler bedacht.

Vor kurzem stand er für "Normal" für HBO Films neben Jessica Lange vor der Kamera und erhielt glänzende Kritiken sowie eine Nominierung für den Emmy.

Seine letzten Leinwandauftritte hatte er in ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND ("Vergiss mein nicht!", 2004) nach dem Drehbuch von Charlie Kaufmann, mit Jim Carrey und Kate Winslet; in IF ONLY (2004), Gil Jungers romantischer Komödie mit Jennifer Love Hewitt; in WHITE ON WHITE (2004), inszeniert von Roger Spottiswoode mit Willem Dafoe und Alan Cummings; in COMPLEAT FEMALE STAGE BEAUTY (2004) von Richard Eyre mit Billy Crudup und Claire Danes; und in A WAY THROUGH THE WOODS (2004) mit Emily Watson und Rupert Everett, dem Regiedebüt von Julian Fellowes. Im November letzten Jahres stand er für Mike Barkers A GOOD WOMAN (2004) mit Scarlett Johansson und Helen Hunt in Italien vor der Kamera.

CILLIAN MURPHY (Pieter)
Der irische Schauspieler Cillian Murphy war der Star des überaus erfolgreichen Horrorthrillers 28 DAYS LATER ("28 Days Later", 2003), den TRAINSPOTTING-Regisseur Danny Boyle inszenierte. Seine erste Aufsehen erregende Rolle hatte er zuvor in DISCO PIGS (2001) übernommen - sowohl in der ausgezeichneten Bühnen- als auch der Leinwandversion von Kirsten Sheridan.

Zu seinen wichtigsten Film- und TV-Credits gehören John Carneys ON THE EDGE (2001), William Boyds THE TRENCH (1999) und die Hauptrolle in dem Mehrteiler "The Way We Live Now".

Cillian Murphy spielte die Rolle des Konstantine in "The Seagull" unter der Regie von Peter Stein beim Edinburgh Festival 2003.

Murphys Kurzfilm THE WATCHMAN, den er gemeinsam mit Paloma Beaza schrieb, kam in die engere Auswahl für den "Turner Classic Movie Short Award".

Unlängst spielte Murphy in John Crowleys INTERMISSION (2003) sowie eine kleine Rolle in Anthony Minghellas Epos COLD MOUNTAIN ("Unterwegs nach Cold Mountain", 2003). Darauf ließ er RED LIGHT RUNNERS (2004) mit Harvey Keitel und Michael Madsen folgen. Er stand von Februar bis April 2004 in der Hauptrolle des Christy in "Playboy of the Western World" für Garry Hynes auf der Bühne des Gaiety Theatre in Dublin.

Der Stab

PETER WEBBER - Regie
Als selbst erklärter Cineast inszenierte Peter Webber seinen ersten Kurzfilm "The Zebra Man" direkt nach der Filmhochschule und arbeitete dann als Cutter. Seine Zusammenarbeit mit den Produzenten Andy Paterson und Anand Tucker begann, als er Tuckers Spielfilmdebüt SAINT-EX (1996) mit Miranda Richardson und Bruno Ganz schnitt.

Als ausgezeichneter Dokumentarfilmemacher beschäftigte er sich mit Themen von Wagner über Meerestiere und "The Curse of the Phantom Limb" - ein Syndrom, unter dem Menschen leiden, die einzelne Gliedmaßen verloren haben - bis hin zu Crash-Test-Dummys".

Zurück im Bereich des Spielfilms inszenierte er Simon Russell Beale als "Schubert" und ein Drama über in Tunneln lebende Straßen-Protestler in "Underground", bevor er kontroverse Diskussionen mit dem Channel-Four-Mehrteiler "Men Only" auslöste, mit dem er den Absturz einer Gang von Hooligans in die Kriminalität beschrieb. Als Aufruf für Gerechtigkeit ist sein darauf folgendes Drama "The Stretford Wives" für BBC anzusehen, in dem Fay Ripley in einer Story über die Rache einer Frau an der Männerwelt agierte.

Mit seinem nächsten Film, der ihn weit weg vom Holland des Johannes Vermeer in die rauen Straßen des heutigen London führt, beweist Webber seine weitreichenden Interessen und seine Vielseitigkeit.

ANDY PATERSON - Produktion
Zu Andy Patersons Produktionen gehören der Oscar(r)-nominierte Film HILARY & JACKIE ("Hilary & Jackie", 1998) mit Emily Watson und Rachel Griffiths und der Oscar(r)-gekrönte RESTORATION ("Restoration - Zeit der Sinnlichkeit", 1997) mit Robert Downey jr., Hugh Grant und Meg Ryan. Mit RESTORATION und GIRL WITH A PEARL EARRING ist Paterson vermutlich der einzige Produzent in der Geschichte, der zwei Spielfilme produziert hat, die beide im Jahr 1665 spielen - ein Titel, mit dem er kaum rechnen konnte, als er in den frühen 80ern seinen Abschluss in Physik an der Oxford University machte.

Zur selben Zeit studierten in Oxford auch Regisseur Michael Hoffman, (mit dem er fünf Filme drehen sollte), Drehbuchautorin Olivia Hetreed (die er später heiratete) und Hugh Grant. Zusammen realisierten sie ihren ersten Film, den mit 40.000 Dollar budgetierten PRIVILEGED (1982), der in England und den USA in die Kinos kam und den Startschuss für viele Karrieren gab.

1990 produzierten er und Nick Kent die mit dem BAFTA ausgezeichnete Dokumentarreihe "Naked Hollywood" und gründeten die Oxford Television Company, die zu einer der wichtigsten Produktionsfirmen für nicht-fiktionale Stoffe für das britische Fernsehen wurde. Nach HILARY & JACKIE entschied Paterson mit Regisseur Anand Tucker und Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce, sich fortan auf Spielfilme zu konzentrieren und gründete eine neue Produktionsgesellschaft, Archer Street Ltd.

Abgesehen von der Vertretung der Filmsparte bei der britischen Produzentenvereinigung, PACT, die er seit drei Jahren inne hat, zeichnete Paterson als Ko-Produzent von zwei Filmen mit dem isländischen Regisseur August Gudmundsson verantwortlich: DANSINN (1998) und THE SEAGULL`S LAUGHTER (2001). Letzterer ging 2002 bei den Oscars(r) für Island ins Rennen um den besten fremdsprachigen Film.

ANAND TUCKER - Produktion
Anand Tucker studierte Film an der Harrow Universität, bevor er sich einen der begehrten Plätze an BBCs Production Trainee Scheme im Jahr 1990 sicherte. Er produzierte mehrere Sendungen für die Music And Arts- Abteilung der BBC, bevor er sich 1992 Andy Patersons Oxford Films and Television Company anschloss. Hier schuf er eine Reihe von hochprofilierten Dokumentationen, einschließlich "The Vampire´s Wife" über die Romanautorin Anne Rice, für die er 1996 den BAFTA "Huw Wheldon Award for Best Arts Programme" gewann. Sein Spielfilmdebüt gab er mit SAINT-EX (1996) basierend auf dem Leben des Autors von "Der kleine Prinz" und Flugpionier Antoine de Saint-Exupéry. Zu den Stars des Films gehörten Bruno Ganz und Miranda Richardson. Daraufhin inszenierte er den vielfach ausgezeichneten Film HILARY & JACKIE ("Hilary & Jackie", 1998), für den Emily Watson und Rachel Griffiths Oscar(r)-Nominierungen erhielten. Tucker wurde ebenfalls nominiert - für den BAFTA als Bester Regisseur - und er gewann den British Independent Film Award in derselben Kategorie.

Abgesehen von seinen Aufgaben als Produzent von Archer Street übernahm er unlängst die Rolle des Regisseurs von SHOPGIRL (2004) mit Steve Martin und Claire Danes.

OLIVIA HETREED - Drehbuch
Nach dem Englischstudium an der Oxford University und nachdem sie mit einem kleinen Stab Hugh Grants ersten Film PRIVILEGED (1982) gedreht hatte, arbeitete Olivia als Cutterin und schnitt einige Filme fürs Fernsehen, einschließlich Michael Winterbottoms ersten abendfüllenden Spielfilm "Forget About Me".

Anschließend schrieb sie das Drehbuch für mehrere prestigeträchtige ITV-Dramen, einschließlich der Adaptionen von "The Canterville Ghost", "What Katy Did" and E. Nesbitts "The Treasure Seekers".

Nachdem das Drehbuch zu DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING fertig gestellt war, schrieb sie die erste einer Reihe von Geschichten für eine BBC-Television-Reihe basierend auf den "Canterbury Tales". Die Serie wurde zum wichtigsten Sendeformat im Herbstprogramm der BBCs im Jahr 2003.

Zuletzt arbeitete Olivia an der Adaption von John Burnham Schwarzs Roman "Reservation Road" für die Produzenten Andy Paterson und Anand Tucker.

TRACY CHEVALIER - Romanvorlage
Tracy Chevalier wurde in Washington D.C. geboren und zog 1984 nach England. Sie studierte kreatives Schreiben an der University of East Anglia, wo sie von Romanciers wie Malcolm Bradbury und Rose Tremain unterrichtet wurde. Ihr erster Roman, "The Virgin Blue", wurde 1997 veröffentlicht.

Sie schrieb "Girl With A Pearl Earring" während ihrer Schwangerschaft und lieferte das Buch zwei Wochen vor der Geburt ihres Sohnes im Oktober 1998 bei ihrem Verleger ab.

"Falling Angels", ein ergreifendes Märchen um zwei schicksalhaft miteinander vereinte Familien, das in der Umgebung von Londons Highgate Friedhof spielt, wurde 2001 veröffentlicht und erhielt hervorragende Kritiken.

Ihr letzter Roman, basierend auf einem weiteren berühmten Kunstwerk, "The Lady and the Unicorn", kam in England im letzten September heraus, in Amerika im Januar und ist in deutscher Übersetzung seit Februar 2004 unter dem Titel "Der Kuss des Einhorns" erhältlich.

EDUARDO SERRA, AFC, ASC - Kamera
Für seine Arbeit für Iain Softleys THE WINGS OF THE DOVE ("Die Flügel der Taube", 1997) erhielt Eduardo Serra eine Nominierung für den Oscar(r), einen BAFTA für die Beste Kamera sowie eine Nominierung von der British Society of Cinematographers für den BSC Award im Jahr 1998.

Mit einer internationalen Karriere, die mehr als zwanzig Jahre zurückreicht, setzte Serra bei zahlreichen Filmen das Licht für die Regisseure Patrice Leconte (unter anderem bei LE MARI DE LA COIFFEUSE ("Der Mann der Friseuse", 1990), für den er für einen César Award nominiert wurde), und Claude Chabrol (unter anderem bei dessen letztem Film LA FLEUR DU MAL ("Die Blume des Bösen", 2003)). Zu seinen weiteren ausgezeichneten Filmen gehören Vincent Wards MAP OF THE HUMAN HEART ("Flucht aus dem Eis", 1993), für den er für einen Australian Film Institute Award nominiert wurde, Michael Winterbottoms JUDE ("Herzen in Aufruhr", 1996), der ihm einen Silver Frog at the Camerimage Award einbrachte und M. Night Shyamalans UNBREAKABLE (Unbreakable - Unzerbrechlich", 2000). Eduardo Serra gewann für GIRL WITH A PEARL EARRING unlängst den Best Cinematography Award beim San Sebastian International Film Festival und erhielt außerdem eine Nominierung für den Academy Award.

BEN VAN OS - Szenenbild
Als langjähriger Partner von Peter Greenaway arbeitete Ben van Os an dessen bemerkenswertem THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE AND HER LOVER ("Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber", 1989) sowie THE BABY OF MACON ("Das Wunder von Macon", 1993). Er kreierte unlängst das Szenenbild für MAX (2002), Menno Meyjes Film über Hitlers imaginären Kampf um die Anerkennung als Künstler in München nach dem Ersten Weltkrieg, in dem John Cusack und Noah Taylor agierten.

Zu seinen weiteren Credits gehören Thomas Vinterbergs IT´S ALL ABOUT LOVE ("It´s all about love", 2003) und Sally Potters ORLANDO ("Orlando", 1992), für den er mit einer Nominierung für den Oscar(r) bedacht und mit dem holländischen Golden Calf Award für seine Leistungen im Bereich Setdesign ausgezeichnet wurde.

KATE EVANS - Schnitt
Kate Evans arbeitete mit Regisseur Peter Webber bereits an dessen kontrovers diskutiertem Channel-Four-Mehrteiler "Men Only" und an "The Stretford Wives" für BBC. Zu seinen weiteren Credits gehören Roger Michells PERSUASION ("Jane Austens Verführung", 1995), MY NIGHT WITH REG (1996) und TITANIC TOWN ("Frontline - Zwischen den Fronten", 1998), sowie die gefeierte BBC-Serie "The Buddha Of Suburbia", basierend auf Hanif Kureishis Drehbüchern

JENNY SHIRCORE - Maskenbild
Zu Jenny Shircores Credits gehören Stephen Frears´ DIRTY PRETTY THINGS ("Dirty Pretty Things", 2002), Neil Jordans THE GOOD THIEF ("The Good Thief", 2002), Roger Michells NOTTING HILL ("Notting Hill", 1999) und Shekhar Kapurs ELIZABETH ("Elizabeth", 1998), für den sie einen Oscar(r) gewann.

DIEN VAN STRAALEN - Kostüm
Dien van Straalen hat mit Designer Ben van Os an mehreren Filmen zusammengearbeitet, einschließlich Sally Potters ORLANDO ("Orlando", 1992), Peter Greenaways THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE AND HER LOVER ("Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber", 1989) und THE BABY OF MACON ("Das Wunder von Macon", 1993). Außerdem entwarf sie die Kostüme für Greenaways PROSPERO´S BOOKS ("Prosperos Bücher", 1991) und THE PILLOW BOOK ("Die Bettlektüre"; 1996). Vor GIRL WITH A PEARL EARRING schloss sie die Arbeit für MAX (2002) mit John Cusack und Noah Taylor ab.

ALEXANDRE DESPLAT - Musik
Alexandre Desplat hat in den letzten 15 Jahren die Musik für mehr als 50 Filme, Fernseh- und Theater-Projekte komponiert. Geboren in Paris lernte Desplat mit sechs Jahren das Klavierspielen, mit acht kamen Trompete und mit 10 die Flöte dazu. Er lernte Orchestrierung unter Claude Ballif am Pariser Konservatorium und unter Jack Hayes in Los Angeles. Desplat wurde für zwei French Academy Awards (Césars) nominiert - für die Musik für Jacques Audiards UN HEROS TRÈS DISCRET ("Das Leben: Eine Lüge", 1996) und SUR MES LÈVRES (2001) mit Vincent Cassel. Zu seinen weiteren Credits gehören Marleen Gorris' THE LUZHIN DEFENCE ("Lushins Verteidigung", 2000) mit Emily Watson und John Turturro, Miramaxs THE ADVOCATE ("Pesthauch des Bösen", 1993) mit Colin Firth und Ian Holm von Autor und Regisseur Leslie Megahey, INNOCENT LIES ("Unschuldige Lügen", 1995) mit Stephen Dorff und Gabrielle Anwar von Regisseur Patrick Dewolf und THE REVENGERS´ COMEDIES ("Rache ist süß, 1998) mit Kristin Scott Thomas, Helena Bonham-Carter und Sam Neill, inszeniert von Malcolm Mowbray. Er komponierte außerdem die Titelmusik für den Episodenfilm 11´09´´01 - SEPTEMBER 11 ("11´09´´01 - SEPTEMBER 11", 2002), für den elf Regisseure aus der ganzen Welt in Kurzfilmen ihre Reaktion auf die schrecklichen Ereignisse des 11. September 2001 verarbeiteten. Zu den Regisseuren gehören Sean Penn, Alejandro González Iñárritu, Ken Loach, Danis Tanovic und Shohei Imamura.

Desplat dirigierte unter anderem das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, das Czech Philharmonic Orchestra und die Münchner Symphoniker. Er schrieb Songs für Kate Beckinsale, Charlotte Gainsbourg, Michael Gambon, Catherine Ringer und Nadia Fares. Er unterrichtet Komposition für Film am Royal College of Music in London und an der Sorbonne in Paris.

JIMMY DE BRABANT - Ko-Produktion
Jimmy de Brabant ist CEO von Luxemburgs Delux Productions. Zu seinen Produktionen gehören Peter Greenaways THE PILLOW BOOK ("Die Bettlektüre", 1996) und TULSE LUPER SUITCASES (2003), der im Offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes 2003 gezeigt wurde, Marcus Adams´ OCTANE (2003), der für den Oscar(r) nominierte SHADOW OF THE VAMPIRE ("Shadow of the Vampire"; 2000) mit Willem Dafoe und John Malkovich und AN AMERICAN WEREWOLF IN PARIS ("An American Werewolf in Paris", 1997).

JOHANNES VERMEER-(Maler) -1632-1675
Die wenigen bekannten Fakten über das Leben von Johannes Vermeer stammen aus offiziellen Dokumenten - Heirats- und Geburtsurkunden, Rechnungen und Schuldscheinen, dem Testament seines Gönners.

Geboren in Delft im Jahr 1632, verbrachte der Sohn eines Gastwirts sein ganzes Leben in seiner 25.000 Einwohner zählenden Heimatstadt. 1653 konvertierte er zum Katholizismus und heiratete Catharina Bolnes, eine Katholikin aus bürgerlicher Familie. Elf ihrer Kinder überlebten und wuchsen im Haus von Maria Thins, Catharinas Mutter, auf. Vermeer trat der St: Lukas Gilde als Meister bei, nachdem er eine Auftragsarbeit abgeliefert hatte und als professioneller Künstler arbeiten konnte. Er war außerdem Händler und verkaufte die Gemälde anderer Künstler aus Delft.

Vermeers Atelier lag im ersten Stock des Hauses seiner Schwiegermutter. Hier entstanden die meisten seiner Werke.

Vermeers Tod im Jahr 1675, im Alter von 43 Jahren, wurde vermutlich von einem Herzinfarkt herbeigeführt, verursacht durch Stress. Seine Familie verschuldete sich mehr und mehr, als der Krieg zwischen Frankreich und den Niederlanden den Kunstmarkt zum Einsturz brachte, weil die generösen bürgerlichen Patrone ihren eigenen Besitz verloren und die Miete von Maria Thins Besitzgütern ausblieb.

Es existieren nur noch 35 von Vermeers Gemälden.

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